Parazentese

Wenn die Polypen zu den o. g. Beschwerden führen, ist in der Regel die operative Entfernung der Polypen (Adenotomie) das Mittel der Wahl. Der operative Eingriff wird meist durch eine Ohrmikroskopie ergänzt, um mögliche Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell (Paukenergüsse) zu entlasten. Häufig reicht hier ein kleiner Trommelfellschnitt (sog. Parazentese) aus, um die Flüssigkeit abzusaugen. Dieser kleine Schnitt verursacht nach der Operation keine Schmerzen und verheilt innerhalb von 2–3 Wochen selbständig. In manchen, hartnäckigen Fällen ist jedoch eine Paukenröhrcheneinlage zur längerfristigen Drainage und Belüftung des Mittelohres erforderlich.

Die Paukenröhrchen werden in der Regel vom Trommelfell wieder automatisch abgestoßen. Da dies einige Zeit (ca. 3–12 Monate) dauern kann, sollte zum Schwimmen und Tauchen ein spezieller Ohrstöpsel benutzt werden, um das Mittelohr vor eindringendem Wasser und einer möglichen Mittelohrentzündung zu schützen. Des Weiteren sollte bei Kindern mit liegenden Paukenröhrchen in gewissen Zeitabständen der richtige Sitz der Röhrchen überprüft werden.

Ob die Einlage eines Paukenröhrchens sinnvoll ist, kann in den meisten Fällen erst eindeutig während der Operation entschieden werden.

Dieser kurze, in der Regel nur ca. 15 Minuten dauernde Eingriff, kann regulär ambulant durchgeführt werden, d. h. es ist kein stationärer Aufenthalt nach dem Eingriff erforderlich. Sollte dies jedoch einmal notwendig sein (z. B. bei narkose- oder operationsrelevanten Vorerkrankungen, großer häuslicher Entfernung mit langer Fahrtzeit, schwieriger häuslicher Betreuungssituation oder ausdrücklichem Wunsch), bieten wir den Eingriff auch unter stationären Bedingungen am Klinikum Lippe in Detmold an.